Kommunikation mit unserer Vergangenheit für unsere Zukunft

Tour-Serien ins Stadtarchiv Meschede in Grevenstein – kurz: SeStA
 
TOUR 1: Mit dem Erfahrungs-Baustein „Stadtarchiv Meschede“ in die Welt-Kultur!
Kompakt angezielt ist selbstverständlich die persönliche Entwicklung. Die wird so gebündelt: „Ich = Vergangenheit+Gegenwart+Zukunft“. Sofort blitzt auf das Aber: Und das mit dem Stadtarchiv Meschede in Grevenstein?
Genau. Vielleicht gibt es das Stadtarchiv auch deswegen nicht im Zentrum. Da tummeln sich Smartphonisten, Handyisten, die Kleinen und Großen der Helikopter-Eltern usw. Doch die Anspruchsvollen, die Voll-ansprech-baren schaffen es auch nach Grevenstein in die alte Schule.
Was gibt’s denn überhaupt im Archiv?
Dazu ein Zwischen-Stopp im Internet:
Hier: www.meschede.de – Immer weiter: Wirtschaft, Karriere (ok!) und Bildung / Bildung und Wissenschaft / Stadtarchiv / Bestände / Downloads (jetzt nicht) / Die Findbücher: über Meschede, Eversberg, Freienohl; weil Freienohl auch mal ein Amt war, ist dort manches noch nicht Aufgedeckte zu finden aus Grevenstein, Linnepe, Altenhellefeld, Hellefeld, Westenfeld, Frenkhausen, Herblinghausen, Wildshausen, Glösingen, Dinschede, Oeventrop, Rumbeck, Uentrop, Breitenbruch, Brumlingsen (im „Zeitungsbericht“ des Amtmanns an den Landrat). Weiter zur Bibliothek des Archivs: alte, bewundernswerte Bücher unterschiedlicher Meinungen. Zu den Links.
Wer aus dem Sauerland stammt, auch wenn die Eltern oder Vorfahren von wo anders her eingewandert sind, der entdeckt im Stadtarchiv Erfahrungs-Bausteine für seine persönliche Entwicklung und ist gründlicher Informiert für seine Zukunft.
Hier nur einige Beispiele: Die Zeiten der Auswanderungen und Einwanderungen mit Namen, Namen aus Meschede und Umgebung. Steinzeitliche Menschen im Ruhrtal (Autor Reinhard Köhne). Kreuzbruderschaft von 1455 und andere Bruderschaften bis in die Gegenwart. Feuerwehr 1882 und andere Hilfsorganisationen. Die Mescheder Eisenbahn (auf Platt) mit dem Einsteigen überall hin. Justizwesen und Hexenverfolgung...  Spannend!
Und jetzt geht’s nach Grevenstein ins Archiv. Hier kann was erleben, wer 1, 2, 3 Stunden allein, zu zweit, zu dritt kommt, mit Handy zum Speichern von Text-Abschnitten:  dicke, dünne Bücher, mit Bildern von ganz früher und unserer Zeit, Landkarten, Zeitungen, Akten über das, was unsere Politiker beraten und beschlossen haben...
Vorher noch einmal zu www.meschede.de ... Öffnungszeiten / Anmelden / Ansprechpartner.
Jetzt taucht die Erinnerung auf an Goethe´s „Faust“: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!“
Also hin: Mann, Frau, Jung und Alt, allein, zu zweit, lesen, fragen, miteinander diskutieren speichern.
 
TOUR 2: Nichts für Smombies, freilich gerade noch für Millennials
Archiv -Durchforschen ist kein Wühlen in der Klamottenkiste, sondern vielmehr Informationen-Speichern, Management und Marketing für die persönlich Zukunft. So schafft das Archiv Vorleistungen für junge Leute auf ihrem Weg zum Schein der Reife. Wohlgemerkt, nicht zum Anschein von Reife! Das Archiv schafft denen Einblicke, die Helikopter-Eltern nicht mehr benötigen und die sich schon zählen zu  Informierten. Einer bringt es auf den Punkt: „Meine Oma, mein Opa, meine Großeltern sind damals hier ins Sauerland eingewandert aus Schlesien, Pommern, Ostpreußen, aus dem Erzgebirge. Ich möchte wissen: Warum hierher? Warum damals? Was war da los? Was haben sie sich gedacht? Was gefühlt? Wie, wann haben sie ihren Ehemann, ihre Ehefrau kennengelernt? Wie sind die hier aufgenommen worden, akzeptiert, integriert? Muss ich das denn wissen? Nachfühlen? Für meinen Schein der Reife?“ - „Wenn Sie die Smombie-Periode hinter sich haben, dann ist offen für Sie die Stadt-Geschichts-Bibliothek, nämlich das Stadtarchiv Meschede in Grevenstein!“
Zu diesen Fragen empfiehlt sich vorher ein Zwischen-Stopp im Internet: SHB – Sauerländer Heimatbund / Zeitschrift Archiv / Sauerlandruf / Jahr 1954, Nr. 2. Hier die Artikel-Überschriften: Die Frage der Ostvertriebenen / Westdeutsch = Ostdeutsch / Die bösen anderen und wir / Völkische Gewissenserforschung / Solon an die Athener / Verlorene Heimat / Charta der deutschen Heimatvertriebenen / Heimweh / Wie sieht es heute (1954!) in der Frage der Ostvertriebenen aus? / Waren in Schlesien die Kartoffeln größer? / Der Flüchtling im Menschen...
Bitte nur so viele Artikel lesen, bis die Neugierde  da ist!  Dann los nach Grevenstein! Einzelheiten: meschede.de / Stadtarchiv … Für dort 1, 2, 3 Stunden einplanen.
Für die Jahre rund um damals gibt es mehrere Bücher: korrekt historische Werke, auch klassische Literatur z.B. Ernst Wiechert, Gerhart Hauptmann, Gottfried Benn... und Landkarten, Bild-Bände.
Praktisch kann es sein, eine Lupe mitzubringen. Oder wenn da etwas nicht zu entziffern ist oder das Fremdwort auch nicht bei Wikipedia steht: die Frau Archivarin weiß und hilft weiter.
 
TOUR 3: „Archi-Visite“ oder zwei VV von vier Frauen!
Genauer: vier Damen oder auch 2 oder 3 mit Herz und Verstand:
Frau, Frauen früher, ganz früher und heutzutage denken tiefer dank des Stadtarchivs
Jene Frauen sind für Männer kaum etwas Wissenswertes. Aber sie machen neugierig Freuen von heute! So haben sich 2, 3 Damen für ihren Besuch im Stadtarchiv in Grevenstein angemeldet (www.meschede,de .. usw. oder ganz einfach Telephon: 0291 / 205-412). Wer nicht mit dem Bus oder dem Privat-Auto fährt; zu dritt mit dem Taxi ist nicht so teuer. Eintritt ist frei. Entleihen ist nicht möglich.
Die Bücher und Bildbände über die eine oder andere Frau, über Politikerinnen (also nicht nur über Königinnen), über  Fachfrauen der Wirtschaft, Industrie, Justiz, Medizin, Wissenschaften, Forschung... z. B. Rosa Luxemburg, Agnes Miegel, Sophie Scholl, Marion Gräfin Dönhoff, Hannah Arendt...  Denn die gegenwärtige Feminismus- und Gender-Literatur – auch aus den Öffentlichen Büchereien  - mag schon bekannt sein. Und da war die Frage aufgetaucht: Ist das, was da jetzt diskutiert wird, was auf dem Büchermarkt von Models und Journalistinnen geschrieben ganz schnell zu lesen ist, ist das wirklich so neu?
Etwas vorbereiten kann sich Frau im Internet: Stadt Meschede: Stadtarchiv:  Bibliothek...
In gewichtigen alten Büchern im Stadtarchiv waren dann drei Damen am Lesen. Sie hatten sich abgesprochen: 35 Minuten lang lesen. Dann tauschten sie ihre Meinungen aus. Die Frau Archivarin setzte sich zu ihnen. Hoch interessant.
Beim dritten Archiv-Besuch hatten die Drei einen Sonderwunsch. Sie hatten das neue (2015) Buch „Krypta. Unterdrückte Traditionen der Kirchengeschichte“ von Prof. Dr. Hubert Wolf, Jg. 1959, Kirchengeschichtler der Universität Münster, Herausgeber: Bundeszentrale für politische Bildung, Berlin, gelesen; also ein Buch von keinem katholischen  Verlag. Ein für die Damen exquisites Kapitel lockte sie: „Bischöfinnen, Frauen mit Vollmacht: Mächtige Äbtissinnen. Äbtissinnen-Weihe und Bischofs-Weihe. Bischöfe und Kardinäle ohne Weihe. Kardinalinnen: seit dem Zweiten Vatikanum undenkbar“.  Die Lese-Zeit in den bereit gestellten älteren und alten Büchern zur Kirchen- und Weltgeschichte im Stadtarchiv lohnte sich. Hinterher gingen die Damen zum Kaffee und Kuchen in den „Holländer Hof“ in Grevenstein.
 
TOUR 4: Das „Auftragsbuch“ eines Handwerksmeisters vernetzt das Dorf
Ein Schatz für 40 Jahre Dorfgeschichte ist das „Auftragsbuch“ vom Schreinermeister Franz. Wer sich in dieses 4 cm dicke und DIN A 3 große handgeschriebene Buch vertieft, erlebt das Dorf von unten, vom Boden, in der Wirklichkeit. Und nicht von oben herab und im Überblick. Wie das funktioniert? Das Netzwerk dieses Handwerksmeisters in seinem Heimatort und zu Nachbardörfern wird für den Heimatforscher mit dieser Methode lebendig: Er erhält zur Einsicht die Einwohnerlisten jener Jahre, die Geburts- und Sterbe-Register, die Trauungs-Register. In den damals alle zwei Jahre zusammengestellten Einwohnerlisten steht die alte oder / und neue Haus-Nummer, die Parzelle. Mit Hilfe eines Dorf-Wege/Straßen-Plans wird sichtbar, wo der Meister-Betrieb und der Kunde gewohnt hat. Daneben stehen in der Liste: Name, Vorname, Beruf, Haushalt (Bäcker, Krämer, Schenkwirtschaft, Schmied, Handelsmann ...),Lebensalter, Konfession; dann die Ehefrau mit Geburtsnamen, LA, Konfession, dann die Kinder, die mit im Haus lebenden Verwandten, die Beilieger (die Mieter). Beim Vergleich dieser Listen vermutet man in der Zwischenzeit einen oder mehr Sterbefälle, weil da Namen von vorher fehlen. Im Sterberegister kann man traurig werden. Da sterben dicht hintereinander mehrere Kinder; manchmal mit der Notiz: Cholera, oder Grippe, oder Masern und mit dem Lebensalter, J: Jahre, M: Monate, T: Tage, manchmal auch: tot geboren; dahinter die Eltern-Namen. Manchmal entdeckt man ein paar Tage später den Tod der Mutter des Babys. Beim Trauungs-Register kann auffallen, dass die Ehefrau aus einem anderen Ort stammt. Ob der Meister seine Braut dort in seiner Gesellenzeit kennengelernt hat? Manchmal war es auch die zweite Ehefrau, die erste war nach einer Kindsgeburt gestorben; wieder zurückblättern...
Der Heimatforscher fährt mit zahlreichen Notizen bereichert nach Hause, mit Staunen und Kopfnicken, freilich auch mal etwas traurig.
 
TOUR 5: Die „Zeitungsberichte“: nicht leicht zu lesen
Die zweimonatlichen Berichte  des Amtmanns an den Hochwohlgeborenen Herrn Landrat in Arnsberg heißen „Zeitungsberichte“. Sie sind manchmal zeilenweise auch gar nicht zu entziffern. Geschrieben sind sie zumeist vom Sekretär, 2, 3 Tage vor dem Versenden. Ab und zu scheint dem Amtmann der  eine oder andere Satz nicht zu passen, dann streicht er ihn durch, schreibt – kaum zu lesen – seine eigene Position zwischen die Zeilen oder links an den Rand. Solche Passagen werden zu zweit leichter verstanden oder wenn man einfach etwas weiter liest.
Mit den über 20 Rubriken der Zeitungsberichte wird die Dorf-Geschichte, die der Nachbar-Dörfer im Amt sehr lebendig, erst recht über ein halbes Jahr oder noch länger. Und spannend ist es, die Einwohnerliste aufschlagen beim Tod durch Baum-Fällen, beim Haus-Brand usw. Bei der Rubrik Verbrechen erfährt man auch oft die Namen und behält sie schweigend für sich.
Hier sind die Rubriken aufgelistet um 1840: Witterung mit Einfluss auf Aussaat und Ernte; Mortalität: Gesundheitszustand, Sterbefälle; Schädliche Natur-Ereignisse; Wohlstand im Allgemeinen; Landes-Kultur: Ackerbau, Garten-Gewerbe, Vieh; Gewerbebetrieb; Öffentliche Stimmung und Einfluss der Gesetzgebung auf sie; Religiösität; Wohltätigkeit; Verbrechen, Selbstmorde; Gemeindewesen (Auswanderungen); Kirchen- und Schul-Wesen; Polizei; Öffentliche Bauten (Gebäude, Straßen); Militär-Verhältnisse; Abgaben, Steuern; Verwaltungs-Organisation; Sonstige allgemeine, wichtige und merkwürdige Nachrichten. Manchmal steht da auch nur: Nichts zu berichten.
Mittendrin im Dorf, in der Dorf-Geschichte fühlt sich, wer 5, 7, 9 „Zeitungsberichte“ und außerdem zeit parallel die „Protokoll-Berichte“ der Gemeinde-Beigeordneten, der Dorf-Politiker gelesen hat.
Die Fundgrube Stadtarchiv ist bestes Pluszeichen für Vergangenheit + Gegenwart + Zukunft = Kultur!
 
TOUR 6: Junge Politiker für investigativen Journalismus
Nach der Berlin-Reise zur Friedrich-Ebert-Stiftung kam die Politik-AG-Oberstufe vom Gymnasium nach Grevenstein zu einer exquisiten Such-Aktion: „Gegen die Verkürzung der Aufmerksamkeits-Spannen“. Die jungen Leute hatten sich diese Information mitgebracht: „Wir leben in einer digitalen Welt, in der wir alle zu Jägern und Sammlern von Informationen geworden sind... Nicht derjenige der am meisten speichert, hat einen Vorsprung, sondern derjenige, der in die Tiefe geht, die Zusammenhänge versteht und in einem größeren Kontext zu deuten vermag... Investigativer und nachhaltiger Journalismus ist für viele Verlage und Sender ein Kostenfaktor, den sie sich nicht mehr leisten wollen...“ Und jetzt suchen die jungen Politiker im Stadtarchiv Texte, Bücher, Akten, die dieses Mitbringsel aus Berlin belegen. Die Frau Stadt-Archivarin half ihnen. Ein paar Fragen waren: „Warum, wann, wie, von wem wurden die Menschenrechte erfunden, entwickelt und dann von der UNO übernommen?“ - „Wann und wie entwickelte sich bei uns im Sauerland so etwas wie Demokratie und wie zeigten sich hier die Schwierigkeiten, Hindernisse?“ - „Lässt sich die Berliner These von der Verkürzung der Aufmerksamkeits-Spannen im Internet z. B. in Bezug auf Meschede belegen?“ Nach der ersten Arbeitssitzung in Grevenstein möchte die Politik-AG noch zweimal nach Grevenstein kommen ins für den Schulbetrieb weit entfernte Stadtarchiv Meschede. Freilich zeigt sich: „Investigativer Journalismus“ wird zum Kostenfaktor.
 
TOUR 7: Vergessen ist Katastrophe; Erinnerung ist Kultur.
Notwendig ist also Grundlagen-Forschung! Die Männer saßen abends am Stammtisch. Ihre Frauen waren tagsüber ins Stadtarchiv Meschede nach Grevenstein gefahren. Sie hatten sich etwas ganz Besonderes ausgesucht. Aus dem Internet: Zitate, Sprüche. Und die wollten sie mit Hilfe des Archivs auf die Probe stellen. Die Frau Stadt-Archivarin war informiert. Sie hatte alte, ja sehr alte Literatur aus dem Archiv bereit gelegt. Die wird hier nicht zitiert. Es sind zu viele Bücher. Aber genannt werden die Sprüche: „Wem das vergangene Gute nicht gegenwärtig ist, der wird noch heute zum Greis.“ Epikur, 341-270 v.C. -  „Doppelt lebt,wer auch Vergangenes genießt.“ Marcus Martial. -  „Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard. -  „Nicht zu wissen, was vor deiner Geburt geschehen ist, heißt immer ein Kind zu bleiben.“ Cicero, 106-43 v.C. -  „Vergangenheit ist die Vorratskammer für die Zukunft.“ Unbekannt. -  „Man sollte immer verhindern, dass die Vergangenheit auch die Gegenwart kaputt macht.“ Unbekannt.  - „Die Vergangenheit ruht nicht.“ Unbekannt. - Hier wird nicht verraten, dank welcher Archiv-Schätze die Damen in aller Stille blätterten, still lasen und manchmal lauthals miteinander ihre eigenen Erfahrungen austauschten – bei 1, 2, 3 Tassen Kaffee oder Tee am Extratisch.
 
Tour 8: Der Schatz zu gründlicher Persönlichkeitsbildung
„Für mich, für meine Entwicklung zu einer gründlich denkenden Persönlichkeit soll das Lesen im Stadtarchiv sehr, sehr wichtig sein!“ Das sagte einer von 3 jungen Leuten. Die beiden anderen ergänzten: „Für mich auch!“ - „Für mich auch!“
Die Frau Archivarin schmunzelte etwas: „Wie kommen Sie denn darauf?“ - Eine Antwort: „Unser Religionslehrer hat mit uns das Dokument „Christen und Juden“ der Evangelischen Kirche Deutschland  durchgearbeitet.“ - „Dieses Zitat soll für uns eine Zusammenfassung sein.“ - „Und hier im Archiv soll dieser Satz zu einem Schatz werden.“ - „Das Zitat lautet: Erinnern, gedenken, vergegenwärtigen für das Leben in Gegenwart und Zukunft!“
Die Archivarin: „Gut. Die alten Texte aus der Bibel kennen Sie. Und dank jenes Dokuments sind Sie informiert über die Erfahrungen der Jetztzeit, der letzten 100 Jahre. Weil Sie sich ja auch angemeldet hatten, habe ich Ihnen schon ganz alte, ältere und neue Bücher, dicke und dünne, mit Bildern und Karten bereit gelegt. Hier sind Geschichtswerke aus der Sicht von jüdischen Autoren, von christlichen und auch von nichtchristlichen, ja antichristlichen. Beim Speichern von Zitaten in Ihr Handy vergessen Sie nicht die erste Buchseite. Sie haben sich ja auch etwas zum Trinken mitgebracht, aber nicht hier am Büchertisch. Lesen, mitdenken, nachdenken braucht Trinkwasser.“
Nach drei Archiv-Besuchen sagte ein Jugendlicher: „In der Schule schätzt man schon unser Wissen.“ - Der zweite: „Eigentlich müssen wir noch mal wiederkommen.“ -  Der dritte: „Ich habe dann eine Kordel dabei, um unseren Schatz erst mal nur für uns zuzubinden!“
 
Tour 9: Von der Freiheit in Köln in die Freiheit im Sauerland
Drei Archi(v)freundinnen sind im Archiv in Grevenstein zusammen. „Archi“, weil sie schon etwas älter sind und eine früher auf dem Gymnasium auch Alt-Griechisch gelernt hat. Zur Kuchen-Schlacht? Nein. Zum 5 cm dicken und DINA 4 großen Buch mit 677 Seiten, das mit der Kölner Geschichte der Schlacht von Worringen im Jahr 1288 beginnt. Die 40 unterschiedlichen Kapitel von fast 40 Autoren und unzähligen Bildern und Karten enden 1988. Was haben wir im Sauerland denn heute mit Köln zu tun? Ach ja, Kurkölnisches Sauerland. 1288 hatten die damaligen Macht-Politiker diese Mords-Schlacht initiiert. Die Parole und der Buchtitel  reichen ins Heute: „Der Name der Freiheit“. Junge Leute würden sagen: „Echt geil!“ Archi´s etwas besonnener: „Vergangenheit + Gegenwart + Zukunft = Kultur!“ Ähnlich das Schlusskapitel: „1288 … massenhaft Freiheit“. -  Selbstverständlich ist dieses Buch bei einem Archiv-Besuch in Grevenstein nicht zu schaffen. Aber man kann ja zu dritt hinfahren: dann blättert sich ein Gast  durch das Buch und liest ein für ihn interessantes Kapitel. Eine Archi(v)freundin entdeckt vielleicht das Kapitel „Die Revolution und die Frauen“, 1848 in Köln und so weiter. In der Kaffeepause fragt eine Freienohlerin: „Wir haben doch hier auch eine „Schlacht“, unten an der Langelbrücke! Nein, da meint das Wort etwas viel Besseres: eine meisterhafte Abzweigung von der Ruhr für neue Kräfte. Schon vor über 100 Jahren. Auch eine Freiheit. Eine neue Freiheit. So die zwei in der Kaffeepause. Die dritte liest in einer stiller Ecke. Dieses Buch ist etwas Besonderes für ausgebildete Politiker, damit es nicht wieder zu einer Schlacht kommt. - Die Archivarin hat bereits ein paar Bücher über die Freiheit von 1988 bis in die Gegenwart bereitgelegt. Dazu gehören auch Bücher zur Freiheit Meschede, Freiheit Eversberg, Freiheit Freienohl. Und so weiter.
 
Heinrich Pasternak, aktualisiert Januar 2025.