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Von Freien im Ohl:
vom Quell-Grund Katersiepen zum Küsterhaus, zur Ziegelei, zum Lehrer Hatzig-Haus, zum Dietmar Hatzig- und Dietmar Schmidt-Haus, also von Lehrer Jacob Hatzig, zu Lehrer Paul Anton Hatzig und Familie Rocholl, zu Dietmar Hatzig mit Familie Dietmar und Gudrun Schmidt-Hatzig und zu ihrem Sohn Sebastian Schmidt, dem Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Freienohl
Die einleitenden vier Wörter brauchen nicht erklärt zu werden, die kennen Freienohler.
Erstens: Das Lehrer Hatzig-Haus und das Katersiepen als Lehr-Siepen
Auch diese Stationen: das Katersiepen, das Küsterhaus und das Lehrer Hatzig-Haus sind Lebens-Lehr-Quellen und Kultur-Räume für unser Freienohler Zusammenleben. – Die Haus-Nummern von heutzutage, um 2020, erleichtern den Einblick, die Durchsicht für dieses Kapitel: am Eingang, an der Einfahrt in das Katersiepen, rechts an der Ecke:
Hauptstraße 40: Klauke, vorher das Hatzig-Haus; links am Eingang, an der Einfahrt in das Katersiepen: Hauptstraße 46: Clive Wattison, vorher Antik Lohmann, davor: das Alte Schwesternhaus unserer Hiltruper Missions-Schwestern und Pfarrgemeinde-Haus; dann zum neuen Hatzig-Haus: von Familie Dietmar und Sigrid Hatzig und Tochter Gudrun, verheiratet mit Dietmar Schmidt, ihr Wohnhaus-Neubau: Katersiepen 1 A. Erste Klasse! Beste Fortsetzung vom Lehr-Siepen! Die Nummer Hauptstraße 42 ist die Einfahrt ins Katersiepen; die Nummer Hauptstraße 44 passt zum Alten Schwesternhaus.
Das Katersiepen und hin zum Lehr-Siepen.
Zur Einleitung ein aktenkundiges Datum aus dem Protokoll der Gemeinde-Versammlung der Gemeinde Freiheit Freienohl vom 6. Mai 1927 (AA 420, 421, Stadtarchiv Meschede, Archiv Freienohl in Grevenstein):
Amtmann: Horn; Protokollant: Amtsoberinspekteur Niesen; Gemeinde-Vorsitzender: Schwefer, Gemeinde-Verordnete: Feldmann, Flinkerbusch, Kerstholt, Keßler, Korte, Bracht, Hömberg... TOP 12: „Mit der Wegeanlage durchs Katersiepen erklärt sich die Gemeinde einverstanden. Dafür, dass der Weg über das Kirchengrundstück geht, hat die Gemeinde eine Erinnerungsgebühr von 1 RM pro Jahr zu zahlen.“ - Kirchengrundstück: altes Schwesternhaus (s.u.); Gemeinde = politische Gemeinde; RM = Reichsmark.
Wer hat den Namen Katersiepen für diesen Weg erfunden?
Wo der Katersiepen ist? Schon falsch. Es heißt: das Siepen. Wo das Katersiepen genau anfängt? Oberhalb des Alten Wegs, noch höher: oberhalb der Bergmecke, vielleicht noch höher. Jedenfalls weist der zweite Wortteil `mecke` auf ziemlich feuchten Untergrund hin. Dann wurde das Siepen, das sich inzwischen gebildet hatte: ein beständig fließendes Quellwasser kanalisiert. Wo der kleine Bach weiter fließt, zeigt das Straßenschild: jenseits der Hauptstraße, zwischen dem alten Haus Hatzig und dem ehemaligen Schwesternhaus (davor Koßmann, danach Antik-Lohmann, jetzt Familie C. Wattison). Eigentlich ist das auch keine richtige Straße, wegen des Gefälles von 21 Prozent; darum auch kein Bürgersteig, nicht mal ein Handlauf. Als das Siepen nur ein ganz schmaler Pfad war, ohne Häuser, da durfte, musste der Junge Dietmar Hatzig die häusliche Milchkuh aus dem Stall des elterlichen Hauses Rocholl-Hatzig (jetzt Hauptstr. 42) über das Katersiepen hinunter am Strick festgehalten auf die Weide treiben. Da, wo der Weg das Siepen kreuzte, ein eisernes Rost das Überqueren erleichterte, für den Menschen, aber nicht für die Kuh, die war vom Plätscher-Geräusch verunsichert und wollte nicht auf die andere Seite. Die tierpädagogischen Maßnahmen des 10-Jährigen Jungen Dietmar Hatzig waren nicht immer ein Kinderspiel, seine Hausaufgabe vor Schulbeginn. -
Warum nun Katersiepen? Es gibt mehrere Deutungen. Welche die zutreffende ist, weiß nur der Erfinder. Aber der ist noch unbekannt. Der hoch geachtete Freienohler Heimatforscher Lehrer Konrektor Franz Kroh wird es nicht sein. Denn diesen Katersiepen gab es vor seiner Freienohler Zeit schon. Dafür spricht auch eineerste Deutung: Unten im Ruhrtal, hinter der Langelbrücke, links hinter der Linnebornschen Brücke, und dann gut 50 Meter weiter zwischen dem Linnebornschen Graben und der Ruhr, steht rechts am Langelweg das Gebäude, das nach außen hin noch genauso aussieht wie eine sauerländische Schützenhalle; inzwischen arbeitet darin auch die hochmoderne Computer-Firma Warensortiment PCE und auf der anderen Wegseite die hochspezialisierte Chemie-Firma Bredt-Galvanik. Es war die Schützenhalle. Gebaut 1890. In ihr ging es am jährlichen Schützenfest hoch her. Das Schützenfest wurde hier unter den Eichen schon Jahre vorher gefeiert. Danach, spät in der Nacht oder ganz früh am Morgen, mussten die bis zuletzt feiernden Schützen auch nach Hause, nach oben ins Dorf. Manche mussten mit dem allerersten oder auch zweiten Zug zur Arbeit nach Arnsberg, nach Neheim, nach Hüsten. Und die sollen „mit einem Kater“ gegangen sein. Dieser Deutung gemäß das Siepen hinauf, das Katersiepen. Aber ob DIE Schützen wirklich diesen schmalen Padweg zwischen Siepen und Hecken, auch wenn es schon etwas hell wurde, hinauf ins Dorf zogen, ist unpraktisch; freilich nicht für die vom Alten Weg oder für die da neu gebauten von der „Chaussee“. Die meisten erreichten ihr Zuhause sicher und trockenen Fußes über die Kaiserwiese und die Hügel-Straße. Und vor allem: die Redeweise mit dem Kater hat nichts mit dem männlichen Tier zur Katze zu tun. Die Redeweise entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in deutschen Universitätsstädten unter Studenten und war eine Eindeutschung und Verstümmelung des ursprünglich altgriechischen Worts „kattárrh“. Damit ist gemeint ein schlechtes Befinden nach übermäßigem Alkoholgenuss UND zu kurzem Schlaf. Aber dieser Schlaf lag ja für diese Schützen noch gar nicht vor. Und ob die Freienohler Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts – ohne Tageszeitung, Radio, Fernsehen, Internet – schon etwas von diesem ganz speziellen Kater der Studenten gewusst hatten? Zu kurzer Schlaf vor den Vorlesungen. Eher nicht. -Zur zweiten Deutung. auch aus dem Alt-Griechischen. Da gibt es das Verbum „katarhéin“ (das erste a wird kurz gesprochen, die Endsilbe wird betont), auf Deutsch: herabfließen. Das passt? Nein. Das im Alt-Griechischen erste „a“ wird kurz gesprochen; aber das „a“ im Freienohler Katersiepen nie, sondern immer lang gesprochen. Das ist keine Laut-Klauberei. Dieses sprachgeschichtlich doch nichtzutreffende Angebot stammt von Hans Bahlow, aus seinem Buch „Deutschlands älteste Fluss und Ortsnamen“ (Hamburg, 1962). Interessant ist: in seinem nachfolgenden Buch „Deutschlands geographische Namenwelt“ (Klostermann, Frankfurt, 1965) erscheint diese Griechisch-Lösung nicht mehr. Und welcher Freienohler hat um 1910 – 1915 das Wort Katersiepen mit seinem Wissen aus seiner Studentenzeit in Verbindung mit dem Alt-Griechischen geprägt? Denn seit diesen Jahren gibt es für dieses Siepen den Namen Katersiepen. Heutige Großeltern kennen das Wort Katersiepen von ihren Großeltern.
Eine dritte Deutung: Katersiepen weist hin auf eine Kate, einen Stall oder auf ein ganz schlichtes, bescheidenes Wohnhaus (in anderen Gegenden Häuslerwohnung genannt), unten vor der Langelbrücke, dicht am Siepen auf der Kaiserwiese. Das kann nicht sein. Denn ein solches Haus, ein solcher Stall wäre in den vorhandenen, einsehbaren Katasterkarten eingezeichnet und für die Errichtung hätte eine Baugenehmigung vorliegen müssen wie für alle Häuser an der Kaiserwiese. Akten-Einsicht lässt nicht auf eine Kate kommen.
Es gibt noch eine vierte Deutung, auf die kam ein Buiterling, ein Zugezogener, Eingereister: „Der Wortteil ‚Kater‘ könnte doch abgeleitet sein von den Chatten, auf Hochdeutsch: von den Hessen. Die waren doch hier auch mal die ‚Herren im Land‘, 1802 – 1816.“ – Da wusste sofort der in Freienohl hochgeschätzte Lehrer Ludwig (Herr Ludwig Schwefer vom Mühlenberg): „Nein, das geht überhaupt nicht. Die Hessen waren zwar unsere Herren, aber überhaupt nicht beliebt. Nach denen hätten wir Freienohler auch 100 Jahre später nicht den kleinsten Weg benannt." Die fünfte Deutung ist wohl die Lösung. Die steht m Bericht des Landrats in Arnsberg am 15. Mai 1903 über die „Ruhrschau“. Die „Ruhrschau“ ist die jährliche Kontrolle, Besichtigung des Ruhr-Verlaufs, der Ruhr-Uferwiesen, der Schutzmaßnahmen vor oder nach Überflutungen; darum erst im Mai oder Juni. Der Landrat wird begleitet von Fachleuten seiner Behörde, vom Amtmann und vom Bürgermeister, Ratsmitgliedern und vor allem den Besitzern der Ufer-Wiesen. Aus dem Protokoll: „Die am linken Ufer belegene (gelegene) Wiese von Becker gnt. Kaiser und der Langelbrücke, der neuen Ruhrbrücke, ist durch das Abfallwasser des Wehrs in Folge der Wehr-Anlage stark gefährdet (Abfall-Wasser ist herabfließendes, „ab-fallendes“ Wasser, ist kein Schmutz-Wasser!). Wo jetzt die Wiese ist, war früher teilweise ein Loch. Abhilfe ist möglich durch Anhöhung der zum Wehr gehörigen Fachbau-Verlängerung auf der linken Flußseite...“ (AA 1673) Das ist längst geschehen – und anzuschauen. Jenes Loch freilich und das so vorhandene mehr oder weniger „stehende“ Wasser, sumpfige Gelände können durchaus etwas mit dem Wort / Wortteil „kater“ oder „kat“ zu tun haben: dabei kann auf den Rückgriff ins Altgriechische verzichtet werden. Denn der schon zitierte Hans Bahlow gibt einen Tipp: in einem Lexikon die Wörter mit den Vorsilben „Kat-“ oder „Ket-“ aufzuschlagen. Und wenn man dann noch weiß, dass im Erscheinungsbild dieser Orte: nasser, feuchter Grund, Sumpf und ähnliches sichtbar wird, dann lässt sich verstehen, warum das Katersiepen genau so heißt. Allerdings: wer kam Anfang des 20. Jahrhunderts in Freienohl auf diesen Gedanken?
Selbstverständlich haben Fische in der Ruhr keinen Kater angelockt, das Siepen auch nicht.
Mit etwas „dichterischer Freiheit“ vom Lehrer-Hatzig-Haus zum Lehr-Siepen:
Einiges zum Katersiepen als Lehr-Siepen rund um die Jahre 2000, 2020: Ziemlich oben am Querweg wohnt St. Nikolaus-Schützenbruder Jupp. Mit seinem kunstvollen Hozschnitzwerk belehrt er die Schützenbrüder, beim Schützenfest genau zu zielen und zu treffe, - Ein Haus weiter belehrt und heilt ein Dr. med. seine Patienten. – Einige Häuser weiter, am asphaltierten Katersiepen, musiziert Mona und wird Musik-Lehrerin. – Im Nachbarhaus wohnten zwei Schwestern, die nachmittags, nach der Schule, erst mal Klavier spielten, das ganze Haus klang mit, hat Musik gelernt. – Und unten im Haus hat lebenslang ein Lehrer-Ehepaar gelehrt, sie in unserer Freienohler KAS, er im Mescheder BKM. – Oben lebte ein paar Jahre eine Arzthelferin, eine MFA, Medizinische Fach-Angestellte aus unserem Freienohler Ärztehaus, ihr Sohn hat gelernt und ist Arzt geworden, lehrt Gesundheit und heilt. – Inzwischen lebt oben die Enkeltochter, studiert Musik zur Musik-Lehrerin, und im JKM – Jungen Kammerorchester Meschede und für die Mescheder Windband strahlt sie auf und strahlt aus. – Die Häuser mit 1, 2, 3 und mehr Kindern sind mit ihren Eltern oder mit Ehepaaren Schätze der Lehre zur Liebe. - Das Katersiepen ist also auch ein Lehr-Siepen. „Varietas delectat – Vielfalt lehrt Freude.“ Echt Freienohl!
Die sechste Lösung öffnet eine exquisite Evaluation, eine unerwartete, erstaunliche Bestandsaufnahme vom Quellwasser zum Siepen, zum Fluss und dann ins Meer: ein Fließen, Strömen religiösen Glaubens, christlichen Lebens und fast atemloser Stille: Hier dank des ersten Kapitels des Buches der Pastorin, Baptistin Mira Ungewitter: „Gott ist Feministin“ im Herder-Verlag 2023, 190 Seiten, 18 Euro; ausgewählte Zitate aus dem Bibel-Anfang, aus dem Ersten, dem Alten Testament, dem Buch Genesis: „…Dabei zielen die Paradiesbeschreibungen auf einen Idealzustand ab. Willkommen im Paradies. Willkommen im Garten Eden, im Garten der Wonne oder Seligkeit. Das althebräische Wort eden kann beides bedeuten. Dem Wonne-Garten liegt tiefer Erdboden zu Grunde, auf dem es sanft regnet. Die Erde und das Wasser bilden hierbei so etwas wie eine Art kreatürliche Urmasse, die jetzt weitere Verwendung findet, denn: „Da formte Gott, der Ewige, den Menschen aus Erde.“ … „Dann blies er dem Wesen seinen göttlichen Odem ein.“ … In all diese Pracht, in all diesen Überfluss, in all diese Schönheit wird nun der Mensch gesetzt, damit er den Garten, die Schöpfung bebaue und behüte. Behüten wohlgemerkt, und nicht beherrschen. … das Paradies… die Schöpfung… ein symbolischer Ort der Freiheit, der Gleichheit, der Würde.“ –
Eingefügt sei ein ziemlich altes altpersisches Zitat: „Wiesen-Düfte sind wie Musik für unsere Sinne!“
Heimatkunde ist diese Textfassung. Zur Zeichenerklärung: AA = Amts-Archiv = Freienohler Amts Archiv. Die drei: --- bedeuten Abschnitt-Ende, neuer Abschnitt.
Und das Konzept dieser Textfassung bedeutet nicht Familienforschung, nicht Familienkunde, nicht Familiendaten zur Familie Hatzig. Dieser Text möchte deutlich machen das politische Drum und Dran, Hin und Her im Schulbetrieb auf Ortsebene Freienohl und der Kreispolitik von Arnsberg rund um 1900 und weiter bis 2024.
Zweitens: Vom Küsterhaus zum Lehrer Hatzig-Haus
„Küsterhaus“ war in Freienohl der damals, - um 1890 - , übliche Name für das Wohnhaus des Lehrers Jacob Hatzig, der zugleich auch Küster und Organist der St. Nikolaus Pfarrkirche war. An der Ecke St. Nikolaus-Straße – Krumme-Straße. Das Küsterhaus wurde 1975, 1976 aus Altersgründen abgerissen, baumäßig erneuert, angebaut an Gardinen-Dekorations-Schwefer, dem Friseur-Salon der Friseur-Meisterin Frau Brigitte Bornemann und ihrer Mitarbeiterin Frau Flinkerbusch aus Oeventrop und dem ganz besonderen Kreuz-Denkmal.
Am 3. April 1852 hat Georg Geihsler von der (politischen) Gemeinde Freienohl die Wiesen-Parzelle Flur I Nr. 807 gekauft. Im Auszug aus der Katasterkarte steht: Die Parzelle Flur I Nr. 807 ist Wiese und zum Teil Weg zu den Grundstücken 804/4, 804/3, 804/2 führend, neben dem Fuhrmann Caspar Höhmann (auch Tagelöhner) gelegen. - Alte-Haus. Nr. 115. Näheres:
Aus der Sicht von heutzutage, um 2000: An der Hauptstraße liegt links am Alten Amtshaus der Anbau (Neubau) zum Amtshaus. Dieser Anbau ist das Grundstück Parzelle 808, das Wohnhaus zunächst, aktenkundig 1852, 1871, des Fuhrmanns und seiner Familie Caspar Höhmann. Dann folgt um 1900 die Familie des Schneidermeisters Gerhard Schröder. Er war zuständig für die Schaltung der Nachtbeleuchtung in Freienohl; zum Einschalten um 23.30 Uhr, zum Ausschalten um 4.30 Uhr; der Schalter befand sich in der Alten Schule im Keller mit einer kleinen Außentür an der Ecke St. Nikolaus-Straße / Aufgang zum Kirchen-Haupteingang. Das Abriss-Datum des alten Schiefer-Hauses mit Schiefer-Wänden und Schieferdach links vom Alten Amtshaus ist nicht aktenkundig. Jedenfalls links davon, an der Ecke Hauptstraße und Katersiepen steht das – sogenannte – Hatzig-Haus. - Von der Hauptstraße aus gesehen hinter (nördlich) der Parzelle 808 liegt die Parzelle 806, dahinter (talwärts) 804/4, 804/3. - Links – auch noch Parzelle Nr. 808 – liegt Parzelle Nr. 807, die „Einheit“ von Wiese und Weg, jetzt nicht mehr so zu sehen. - Links davon mit neuer Zählung an der Hauptstraße Parzelle 532; dahinter (talwärts) 531, 532/3, 531/2, 530.
Dieses Grundstück Nr. 807 hatte am 22. Juli 1852 Johann Rocholl (Maurer) gekauft. (AA 570) – Alte Haus-Nr. 116 (AA 2170) – Im Jahr 1909 (Separation) Gebrüder Heinrich und Kaspar Rocholl, Bauunternehmer (AA 2057). – Zwischenbemerkt: in Freienohl ist die Familie Rocholl gewichtig und anerkannt für die Freienohler Geschäftswelt; siehe dort im Extratext.
Nach einer Straßenkarte von Freienohl von 1903 handelt es sich um die Parzelle 808.
Zum ersten Lehrer Hatzig: Ausschnitte aus dem Text: Schule in Freienohl im 19. Jahrhundert bis 1914. Nun folgt teilweise auch im Wortgebrauch der damals üblichen Amtssprache.
Lehrer Jacob Hatzig
Sein Geburtsort: Werthebach, ein Stadtteil von Netphen im Kreis Siegen-Wittgenstein in NRW, verheiratet mit Regina Scheele;, definitive Anstellung 1.9.1879. - Am 6. September 1892 teilt Amtmann Enser dem Landrat Freusberg in Arnsberg mit, dass der Lehrer Jacob Hatzig von Isseringhausen, Kreis Olpe, vom Schulvorstand vorgeschlagen und anschließend von den Hufeberechtigten in Freienohl gewählt worden war. - Kirchenküster, seit 1.10.1892 Schule Freienohl. Am 17. Oktober 1892 ist Lehrer Hatzig zum „definitiven Lehrer“ ernannt worden, am 23. Oktober 1892 zum „definitiv angestellten Lehrer“. (AA 1368) – Weitere biographische Daten siehe unten: Dittens.
Die Kollegin der Mädchenschule: Lehrerin Anna Brockmeier, geb. 10.8.1876 in Paderborn; kath.; Lehrerprüfung am 6. März 1897 in Paderborn; Vereidigung: 26. Juni 1898; Antritt der Stelle in Freienohl 18. Mai 1898; ihre 1. Stelle. Arnsberg gewährt am 20. Juni 1898 der Schulamtsbewerberin Anna Brockmeier „für die Vertretung in der Zeit vom 18. April bis einschließlich 15. Mai 1898 als Vertretungskosten 2 Mark täglich“. - Am 29. Juli 1898 informiert der Kreis-Schulinspektor Hüser von der Königl. Kreis-Schulinspektion Arnsberg-Iserlohn in Arnsberg den Freienohler Amtmann: „Der Herr Local-Schulinspektor Pfarrer Falter hat die Lehrerin Brockmeier in einem Schreiben vom 14. Juli 1899 im Auftrag des Schulvorstands (Von dieser Sitzung, zu der auch der Amtmann gehört, liegt kein Protokoll vor.) mit einer Dienst-Instruktion vom 6. November 1829 (kein Schreibfehler) aufgefordert, sich ein anderes Kosthaus zu verschaffen und die Wohnung des Lehrers Hatzig nach Möglichkeit zu meiden. Zunächst ersuche ich den Schulvorstand ergebenst, mir eine Abschrift des auf die Lehrerin Brockmeier bezüglichen Beschlusses bzw. des von dem Herrn Schulinspektor erteilten Auftrages binnen 8 Tagen einzusenden, damit ich in der Sache klarer sehen kann.“ gez. Hüser, Der Kreis-Schulinspektor. Weitere, ergänzende Informationen sind hier nicht aktenkundig. Allerdings: Fräulein Lehrerin Brockmeier wird versetzt; mit wessen Augen, Emotionalität, Machtanspruch: das ist nicht aktenkundig. Erst nach dem Ersten Weltkrieg, 1919, darf eine Jung-Lehrerin heiraten und Lehrerin bleiben. -
Am 24. April 1901 wird die Lehrerin Brockmeier definitiv angestellt. (AA 1375) Vielleicht wohl unterschiedliche Verhaltensweisen.
Am 5. Juli 1899 schreibt der Kreis-Schulinspektor Hüser von der Königl. Kreis-Schulinspektion Arnsberg-Iserlohn an die „beiden Herren Präsides des Schulvorstandes Freienohl“ (Amtmann Köckeritz und Pfarrer Falter): „Der Lehrer Hatzig leitet aufgrund einer ihm vorläufig von mir erteilten und jederzeit rückruflichen Erlaubnis die beiden Gesangsvereine Cäcilia (kirchlicher Gesangsverein, von Pfarrer Falter 1895 gegründet) und Liedertafel. Es sind Zweifel darüber entstanden, ob dieses mit dem Schulberuf vereinbar sei. Ich ersuche daher den Schulvorstand, sich binnen zwei Wochen darüber äußern zu wollen, ob dem Hatzig die Erlaubnis für beide (unterstrichen) oder nur für einen (unterstrichen), bzw. für welchen (unterstrichen) zurückzuziehen oder die Leitung für beide (unterstrichen) ihm zu belassen sei.“ Dann folgt eine Einladung zur Schulvorstands-Sitzung für Freitag, den 14. Juli 1899 um 11 Uhr vormittags in der Amtsstube (Amtshaus).
Am 17. Juli 1899 bittet Schulrat Hüser um Information bezüglich der „Übernahme der Leitung der Gesangsvereine von Lehrer Hatzig“.
Am 20. Juli 1899 teilt Schulrat Hüser dem Freienohler Schulvorstand mit, dass er „die dem Lehrer Hatzig mündlich erteilte Erlaubnis zur Leitung der beiden Gesangsvereine Cäcilia und Liedertafel (beide unterstrichen) nunmehr zurückgezogen habe“.
Amtmann Köckeritz notiert am 1. August 1899 am Rand: „Zu den Akten“ (AA 1376)
Am 24. Januar 1900 teilt Schulrat Hüser dem Schulvorstand mit, dass er dem Hatzig die Erlaubnis der Leitung des Gesangvereins Liedertafel gegeben habe „auf Widerruf bei unbefriedigenden Schulleistungen des Lehrers, sowie mit der Maßgabe, dass die Gesangsleitung des Lehrers nur auf je 2 Sonntage bzw. Festtage und an je 2 Wochentagen wesentlich auf je 2 Stunden in Anspruch nimmt... Den Hatzig werde ich besonders benachrichtigen.“ (AA 1376) Nicht aktenkundig ist – leider, wer sich wie im vergangenen halben Jahr so für Lehrer Hatzig eingesetzt hat: Mitglieder der Liedertafel oder Lehrer Hatzig selber, weil Singen im Chor Spaß macht, Freude den Sängern und den Zuhörern bereitet, von den Singenden viel Disziplin, Rücksicht („Rück-Hören“ ist genauer), Chor-Geist beansprucht, voraussetzt, mit sich bringt, eben Kultur leistet, die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. - Es kann auch etwas anderes dahintergesteckt haben. Denn:
Am 11. September 1901 teilt Lehrer Hatzig dem Schulvorstand Pfarrer Falter mit, dass er heute die Verfügung der Königl. Regierung in Arnsberg angenommen habe für die endgültige Verwaltung einer Schulstelle zu Voßwinkel, Kreis Arnsberg, zum 1. Oktober des Jahres, und „infolgedessen mein Amt als Lehrer, Küster und Organist hierorts mit genanntem Termin niederlegen werde“. (AA 1376) Doch:
Am 22. Oktober 1901 ist aktenkundig die Notiz von dem kommissarischen Amtmann in Freienohl: „Versetzung ist vorläufig aufgeschoben.“ Darauf nimmt am 28. November 1901 Lehrer Hatzig die Kündigung „in aller Form“ zurück. (AA 1376) Rätselhaft.
Am 3. Januar 1902 überträgt Arnsberg an Lehrer Hatzig die Schulstelle in Kallenhardt „im Stand eines Hauptlehrers“ Höheres Gehalt als ein Lehrer.
Vorher: Am 7. September 1901 hatte der Landrat Droege den Lehrer Hatzig informiert: Er befindet sich jetzt im 7. Dienstjahr und „hat Anspruch auf die 6. Stufe der Alterszulage von jährlich 840 Mark“. (AA 1376)
Am 31. Dezember 1901 teilt die Königl. Regierung Arnsberg, Abt. für Kirchen- und Schulwesen dem Schulrat Hüser mit: „Sie wollen dem Schulvorstand in Freienohl eröffnen (heutzutage missverständlich; gemeint ist: teilen Sie bitte mit...), dass wir ihm (Lehrer Hatzig) zur Wiederbesetzung der Stelle Vorschläge gestatten, die sich jedoch auf solche Persönlichkeiten zu beschränken haben, die für das Amt eines Hauptlehrers geeignet sind. Die am 26. November d.J. getätigte Wahl der Hufenbesitzer, welche den inzwischen nach Schliprüthen versetzten Lehrer Abel aus Bödefeld – Lehrer in Enkhausen - getroffen hat, widerspricht dem in unserem Namen von dem Herrn Landrat gegebenen Bescheid vom 7. Oktober d.J. (nicht aktenkundig). Wir werden nur Vorschläge des Schulvorstandes berücksichtigen, dessen Umgehung unsererseits nicht gestattet worden ist und nicht gestattet werden kann...“ Die Zeiten haben sich – auch mit Bismarck und dem sogen. Kulturkampf – geändert; 1824, 1827, 1838 usw. hatten die Freienohler Hufeberechtigten entscheidende Recht in der Freiheit Freienohl.Fortsetzung: 9. Februar 1902! ---
Am 14. Juli 1900 fand eine „Revision“, eine Überprüfung des Unterrichtens der Lehrpersonen der Freienohler Schule statt. Über die Unterrichts-Arbeit jeder Lehrperson, bis auf den Religionsunterricht des Local-Schulinspektors Pfarrer Falter, liegt ein insgesamt über 3 Seiten langer Bericht vor. Hier (also nicht in der Akte AA 1375) werden die Lehrpersonen nicht namentlich genannt. Hier kommt es auf die angeblich so beobachtete, auch mit Hilfe vorgegebener Beobachtungs-Raster (die leider nicht aktenkundig sind), Unterrichtspraxis an. Ebenso nicht bekannt, nicht aktenkundig ist, was die Lehrperson vor der Revision mit den Schulkindern abgesprochen hat; etwa „mit rechts“ meldet sich, wer die gewiss richtige Antwort weiß; „mit links“... usw. Der vorliegende Bericht ist – bis auf die Namen – vollständig abgeschrieben. Folglich ist diese Abschrift auch eine Interpretation. „Der Lehrer A ist anscheinend wohl befähigt und sicher in der Fertigkeit des Unterrichtens, stellt aber seine Kraft offenbar nicht ganz in den Dienst, für welchen er berufen ist. Die Zeichenhefte sind nicht korrigiert; in den Aufsatzheften wurden eine Reihe übersehener Fehler nachgewiesen, in einem Aufsatz 4 Fehler. Die schriftlichen Ausarbeitungen waren zum Teil mangelhaft. Kurz, es fehlt die Sorgfalt im Kleinen, die Beobachtung des einzelnen Kindes, die verschiedene Art der Förderung und des Heranziehens. Dass der Lehrer seiner Aufgabe gewachsen ist, zeigte er bei der Behandlung einer biblischen Erzählung und eines Lesestückes. (Anmerkung: Damals war es üblich, dass die „normale“ Lehrperson „Biblische Geschichte“ unterrichtete und der „Geistliche“, der Vikar, Kaplan oder Pastor, Pfarrer „Katechismus“, also die „eigentliche Lehre der Kirche“.) Dass die Lehrperson es aber an der Übung hatte fehlen lassen, fand sich bei dem Lesen und Rechnen. Im Lesen waren einige Knaben noch unfertig und machten Fehler. Im Rechnen fehlte es an der erforderlichen Fertigkeit. Ebenso trat es in der Erdkunde als ein Mangel hervor, dass die Klasse nicht gleichmäßig gefördert war. Die Deklamation genügte, einzelne Knaben versagten in der Kenntnis des Textes. Der Gesang war unrein. - Die Lehrerin B der Mädchen-Oberklasse fasste ihre Aufgabe mit viel Geschick an. Sie hat mit Ausnahme der Stilübungen allenthalben befriedigende Ergebnisse erzielt. Das Unterrichtsverfahren in der Biblischen Geschichte war methodisch korrekt, ihre Behandlung frisch und flott, wenn auch nicht ganz fehlerfrei. In der Betonung des gelesenen Stückes hätte es ergiebiger sein können. Das Nacherzählen war fließend. Die Kenntnisse in der Erdkunde und die Fertigkeit im Rechnen waren wohl ausreichend. Der Gesang rein. Die Schreibhefte sind nicht zensiert. Die Behandlung der Mädchen war eine angemessene. Es wird vorausgesetzt, dass die Lehrerin sonst um einige Töne freundlicher ist. - Der Lehrer C der 3. Klasse tritt in sehr geringer Entschiedenheit vor den Kindern auf, die sich durch Zurufe bemerkbar machen, ohne dass der Lehrer es wehrt. In dem Unterricht steckt auch kein Leben, keine Anregung. Der Lehrer begründet die persönliche Schonung durch ein angebliches Halsleiden. Die mündlichen und schriftlichen Leistungen sind wenig erfreulich; so in der Biblischen Geschichte, wo die Textkenntnis eine ungleiche war; ferner im Rechnen, in der Geschichte, deren dürftigen Lehrinhalt nur einige Namen und Zahlen bildeten. Der Gesang war schwerfällig, unbeholfen. Im Lesen muss ein langsameres Tempo, ein hübscherer (?) Ausdruck erstrebt werden. Im Zeichnen ist ein schwacher Anfang gemacht. Die Schrift der Kinder ist sehr mäßig. Die Korrektur der Stilübungen nicht sorgfältig. - Die Lehrerin D unterrichtet sowohl den 2. Jahrgang (4. Kl.), als auch den 1. Jahrgang (5. Kl.) mit Ausnahme des Schreibens. Dieser zum deutschen Unterricht gehörige Teil ist mit diesem zu verbinden und dem Lehrer C anstatt Schreibunterricht etwa Religionsunterricht zu übertragen. Die Lehrerin D ist etwas ängstlich, unterrichtet aber mit wohl ausreichender Fertigkeit und genügendem Erfolg Biblische Geschichte, Anschauungsunterricht (?), Lesen, Rechnen. Der Gesang, namentlich der Einzelgesang, ist mangelhaft. In Zukunft hat die Lehrerin D das Rufen der Kinder mit allem Nachdruck zu bekämpfen. Die Kinder anzuhalten, die Lehrerin frei anzusehen, endlich lauter und deutlicher zu sprechen. - An der ganzen Schule werden Eintragungen und Strafregister nicht gemacht.“ gez. Wolfgarten, Regierungs- und Schulrat, Arnsberg, 24. August 1900. - „In der nächsten Sitzung des Schulvorstandes hat der Local-Schulinspektor Pfarrer Falter diese Abschrift bekannt zu geben.“
Zur Korrektheit folgt hier der Schlüssel: Lehrer Hatzig = A, Lehrerin Brockmeier = B, Lehrer Eickelmann = C, Lehrerin Pape = D. (AA 1375) ---
Am 26. März 1902 schreibt aus Arnsberg die Abteilung für Kirchen- und Schulwesen über den Landrat Droege vom 1. April 1902 dem kommissarischen Amtmann Homann in Freienohl, dass der Hauptlehrer Josef Heinemann die Stelle des Hauptlehrers Hatzig überwiesen bekommen habe. „Seine Überweisung ist erfolgt unabhängig von dem Vorschlag der Hufeberechtigten, deren Anspruch auf Mitwirkung bei der Besetzung der Lehrerstelle wir schon früher zurückgewiesen haben.“
Personal-Bogen Josef Heinemann: geb. 30. September 1853 in Altenbüren, Kreis Brilon. Seminar: Langenhorst; 1. Prüfung: 24. August 1876 in Langenhorst; 2. Prüfung: 16. Mai 1879 in Langenhorst. Organist: ja. Vereidigung: November 1876. Vom Militairdienst befreit. Verheiratet, 7 Kinder, davon (1902) 4 „unversorgte“ Söhne. Erste Stelle: Fretter 1876; zweite Stelle: Bödefeld, am 1. Januar 1881, auch Küster; dritte Stelle: Freienohl 1. April 1902, Organist – Amt Freienohl am 25. Juli 1916: Hauptlehrer Heinemann wird zum 1. Oktober 1916 nach 40-jähriger Dienstzeit pensioniert. (s.o.: 1908: Fortbildungsschule) – Der Hauptlehrer Josef Heinemann war wohl auch Küster und Organist und sein Wohnhaus war das Küsterhaus.
Zur Politik im Schulbetrieb: Aufgrund der Preußischen Reichsregierung von 1890 bis 1918 dieses Verfassungs-Gesetz: Heirats-Verbot für Lehrerinnen während ihrer Amtszeit als Lehrerin. – Kurz und knapp ein Kommentar 100 Jahre später: um 2020. Einleitend die Spruch-Weisheit: „Kräht die Henne, schweigt der Hahn,“ Und das geht nicht in der Politik, wo die Männer das Sagen haben, hatten, um 1900. Die ehelosen Lehrerinnen dürfen, können bei ihren Schulkindern und in ihrem Berufsfeld ihre emotionale Empathie, Einfühlung und kognitive Intelligenz, Einsicht und ihre verbale Kommunikation, Sprach-Fähigkeit und Sprech-Willigkeit zum Ausdruck bringen, aber nicht in der Politik der Männer-Welt.
Drittens: Nun wieder und weiter zum Lehrer Jacob Hatzig und zum Lehrer Paul Anton Hatzig und zu Dietmar Hatzig und zum Hatzig-Haus
Einleitend ein kurzer Exkurs: Zur Freienohler Ziegelei, eine „Grundlage“ für das Hatzig-Haus, sind ein Foto-Bild und 16 Zeilen auf Seite 134, 135 im opulenten und Gewinn gebrachten Buch im Jahr 1980 von Dr. Manfred Wolf: „Freiheit Freienohl 1272 – 1975“. Aber leider fehlen in diesem Buch bei manchen Nachnamen die ausgeschriebenen Vornamen, manchmal nur ein Großbuchstabe plus Punkt; ein C. kann doch meinen Carl oder Carsten oder Caspar oder Conrad… -
Der folgende Text skizziert die Daten und nicht die Geschichte der Familien Hatzig und Rocholl mit dem Ziel: das Hatzig-Haus, Hauptstraße 40, ursprünglich 40-42.
Lehrer Jacob Hatzig: Sein Geburtsort: Werthebach, ein Stadtteil von Netphen im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfahlen. Sein Geburtsdatum ist nicht aktenkundig. Er war verheiratet mi Regina Scheele; ihre Herkunft und ihr Heiratsdatum ist nicht aktenkundig, auch nicht im Freienohler Heirats-Register. Jacob Hatzig wird Lehrer in der sogen. Knabenschule in Freienohl am 1. Oktober 1892 und damals selbstverständlich auch Küster und Organist. Also wohnt das Ehepaar, die Familie im Küsterhaus. Zum Schulbetrieb siehe oben und im Extra-Text „Unsere Schule in Freienohl“. Am 1. April 1902 wird ein neuer Hauptlehrer angestellt: Josef Heinemann, Hauptlehrer JACOB Hatzig wohl pensioniert und wechselt das Wohnhaus, zieht um in die Bahnhofstraße, alte Haus-Nr. 306. Hier verstorben am 17. Oktober 1945, Anzeige von der Schwiegertochter Sofie Hatzig.
Ein Sohn von Lehrer Jacob Hatzig ist Paul Anton Hatzig, auch Lehrer; geb. 17. Juni 1898 in Freienohl; verheiratet mit Mathilde Rocholl am 11. August 1930 in Freienohl. Zeugin der Heirat ist Oberlehrerin Maria Hatzig, wohnhaft in Geldern, Lebensalter 30 Jahre. Mathilde Hatzig ist geboren am 6. Mai 1903 in Freienohl und hier gestorben am 20. September 1967. Paul Anton Hatzig war Lehrer in Freienohl von 1947 bis 1963. Das Wohnhaus, das neue Lebensfeld der Familie Paul Anton Hatzig wird wohl mit ins Zusammenleben geführt dank der Ehefrau Mathilde und ihrer Herkunfts-Familie Rocholl. Denn die ist und war für Freienohl schon ein Stammbaum, eine Berufs-Lebensquelle mit ihrer Ziegelei in der Bahnhofsstraße.
Ein Sohn von Paul Anton Hatzig ist Dietmar Hatzig, verheiratet mit Sigrid, ihre Tochter Gudrun ist verheiratet mit Dietmar Schmidt; beide Ehepaare wohnen in ihrem neugebauten Haus Katersiepen 1 A; Dietmar Hatzig ist gestorben am 15. Dezember 2022, Urnen bestattet auf dem Waldfriedhof Freienohl. – Weitere Daten sind hier ausgelassen. – Zum Ehepaar Dietmar und Gudrun Schmidt-Hatzig gehört ir Sohn Sebastian Schmidt. Sie besitzen die Firma LKW-Holztransporte: Wagon- und Schiffs-Verladungen, GmbH und Co. KG, gegründet 1996, Büroführung: Ehefrau Gudrun Schmidt-Hatzig; aus dem Web noch diese Werbe-Wörter: „Rundholz und Schnittholz, Umweltschutz und Naturschutz…“: passt zum Lehr-Siepen; die beiden Wiesen, links und rechts vom Katersiepen passen auch zum Naturschutz. Der Sohn Sebastian Schmidt ist „neben“ seinem Berufsleben Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Freienohl, seit 2018: Brandmeister; Leben schützen mit Wasser: echt Leben am Lehr-Siepen.
Zum Schluss ist sinnvoll zu unseren beiden Wiesen ein Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe: „Die Wiese: Nie war Natur und ihr lebendiges Fließen / auf Tag und Nacht und Stunden angewiesen. / Sie bildet regelnd jegliche Gestalt / und selbst im Gießen ist es nicht Gewalt.“
Heinrich Pasternak, 2011, ergänzt Dezember 2024.