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Ein Lob-Lied, ein Dankeschön-Lied, eine Laudatio Benevoletiae an unsere Heilenden und Hilfe-Reichenden in Freienohl und rundherum:
an unsere Ärztinnen und Ärzte mit ihren Medizinischen Fach-Angestelltinnen, an unsere Pedicurinnen, Physiologen, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Apothekerinnen und Apotheker, Diakonie, Caritas, Doc Morris…
Mit Hilfe des berühmten Abraham a Sancta Clara: er war Doktor der Theologie, Wiener Hofprediger vor dem Königlichen Hof der Östereichischen Königlichen Regierung, Pater Provinzial des Augustiner-Ordens, geboren 1644, gestorben 1709 in Wien.
Seine Lob-Rede ist hier unsere Dank-Rede an unsere Freienohler Heilenden und Hilfe-Reichenden zur Freude, zum Staunen, Schmunzeln mit glücklichem Lächeln:
„Sie sollen sein wie leckeres Weihnachtsgebäck, - und auch wieder nicht wie leckeres Weihnachtsgebäck, sie solenl nicht in aller Leute Mäuler kommen!
Sie sollen schön sein wie der Mondschein, - und auch wieder nicht wie der Mondschein, denn der ist mal ein milder Strahl und mal ganz fahl.
Sie sollen sein wie geschliffenes Glas, und auch wieder nicht wie geschliffenes Glas, das bald faszinierend schimmert und leicht auch ist zertrümmert.
Sie sollen sein wie Quecksilber, - und auch wieder nicht wie Quecksilber, denn mal ist es keck und mit einmal weg!
Sie sollen sein wie Spinnengewebe und auch wieder nicht wie Spinnengewebe, denn mal ist es eine zarte Kunst und mal ist es umsunst!
Sie sollen feurig sein wie eine Silvester-Rakete und wieder nicht so feurig sein wie eine Silvester-Rakete, die feuriger wird, wenn sie steigt, doch da sich schnell dem Ende neigt!
Sie sollen schön sein, so liebreich, lobreich und auch wieder nicht so schön, denn Schönheit ist ein schlüpfriger Steg und selten ein Himmelsweg!
Sie sollen sein wie Sauerteig und Hefe: ihr Tun soll gut aufgehen und sie sollen nicht wie Sauerteig und Hefe sein, denn Sauerteig und Hefe blähen auf Gedanken und Worte!
Sie sollen sein so schön wie Blumen und auch wieder nicht wie Blumen, denn die verwelken schnell!
Sie sollen sein wie der Sonne Strahlen und auch wieder nicht wie der Sonne Strahlen, denn sie sollen die Leute nicht immer anstrahlen!
Sie sollen sein wie wunderschöne Schmetterlinge, so leicht und lebendig und auch wieder nicht wie Schmetterlinge, sie sollen sich nicht überall niederlassen!
Sie sollen sein wie eine Violin-Saite, die lieblich klingt und auch wieder nicht wie eine Violin-Saite, da sie leicht springt!
Sie sollen sein wie ein Blasebalg voll Orgel-Luft und auch wieder nicht wie ein Blasebalg, denn der ist gleich wieder Luftikus!
Sie sollen sein wie eine Uhr und auch wieder nicht wie eine Uhr, wo der Zeiger bald steht auf Eins und bald auf keins!
Sie sollen alle Sinne beisammen haben und sie sollen auch wieder nicht alle Sinne beisammen haben, denn die Augen wollen alles sehen, die Ohren alles hören, die Nasen alles riechen, die Zunge alles kosten, die Hände alles betasten!
Sie sollen glänzen wie ein silberner Fisch und auch wieder nicht glänzen wie ein silberner Fisch, denn mancher Fisch in der Hand ist außer Rand und Band!
Sie sollen sein wie ein Vogel voller Freiheit in der Luft und auch wieder nicht wie ein Vogel voller Freiheit in der Luft, denn da lauert mancher Jäger aufs Abschießen!
Sie sollen sein wie warme Frühlingswinde und auch wieder nicht wie warme Frühlingswinde, denn dann der Himmel mal blitzt und donnert, und der Erde geht’s nicht besonders.
Sie sollen sein wie die Kirchen, so schön und erhaben und auch wieder nicht wie die Kirchen, denn sie sollen nicht mit allen Glocken zur Anbetung einladen!
Sie sollen sein wie ein Sommergarten und auch wieder nicht wie ein Sommergarten, denn da gibt es manches Unkraut!
Sie sollen sein wie ein gern gelesenes Buch und auch wieder nicht wie ein gern gelesenes Buch, denn ein solches hat manche Eselsohren!
Sie sollen sein wie eine wehrhafte Burg und auch wieder nicht wie eine wehrhafte Burg, denn die wird gern von Kriegs-Mannen belagert.
Sie sollen sein wie ein schnelles Segelschiff und auch wieder nicht wie ein schnelles Segelschiff, denn ein solches lässt sich schnell abtakeln!
Sie sollen sein wie ein weit offenes Herz und auch wieder nicht wie ein weit offenes Herz, denn es gibt manch windige Herzensbrecher!
Sie sollen schön sein wie ein Pfauenvogel, über dessen vielfältiger Pracht sich sogar der Regenbogen verwundert und auch wieder nicht so schön wie ein Pfauenvogel, denn es gibt nichts Stolzeres, Eitleres, Arroganteres.
Sie sollen singen wie die Nachtigall und auch wieder nicht wie die Nachtigall, denn solcher Gesang betört auch leicht lockere Vögel!
Sie sollen sein wie ein Spiegel und auch wieder nicht wie ein Spiegel, denn wenn man diesem zu nahekommt und ihn anhaucht, dann macht er ein finsteres Gesicht!
Sie sollen sein wie Trompeten, denn die brauchen einen langen Atem!
Sie sollen sein wie Pfeil und Bogen, denn der darf nicht allzu gespannt sein!
Sie sollen sein wie ein anmutiges Kälbchen, denn das muss man zeitweilig springen lassen!
Sie sollen nicht sein wie die Glocken am Karfreitag, denn die lassen sich nicht hören!
Sie sollen sein wie eine Orgel, denn sobald sie angetastet, tönet sie los!
Sie sollen sein wie gute Tänzerinnen, denn sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit Ihnen anzufangen. – Amen – So sei es!“
Danke, Abraham a Sancta Clara!
Heinrich Pasternak, aktualisiert Februar 2025.